F wie Feinstaub - Messen oder Raten? (12/16)

Dieses Bild stand genau so auf der offiziellen Feinstaubseite der Stadt Stuttgart

Stuttgart ist ja schon fast wie Peking. Grausam diese Luftverschmutzung! Das sagt zumindest die Stadt und belegt das auf ihrer Feinstaub-Seite mit solchen netten Fotos. Leider ist auf dem Bild nicht der Talkessel zu sehen, sondern das Neckartal - gut zu erkennen am Stadion-Dach in der Bildmitte. Und die Glocke dürfte wohl eher Nebel als Feinstaub sein.

Der Messtechniker fragt nach und stellt fest: Es gibt eigentlich gar kein Feinstaub-Problem in Stuttgart, wenn man von der Station Neckartor absieht. Dazu muss man nicht mal selber messen, es reicht wenn man die Werte der Landesanstalt für Umweltschutz nachliest. Aber wenn man die Mess-Station zwischen eine Gebäudewand und die sechsspurige Straße stellt - was soll rauskommen?

Übrigens wird der Feinstaubalarm nicht nach den Messwerten ausgelöst, sondern aufgrund einer Prognose des DWD. Deren Erfolgsquote liegt deutlich näher am Münzwurf als bei Krake Paul.

Die Messtechnik ist aufwändig: Entweder wird die Rückstreuung des Lichts gemessen oder "gravimetrisch" in dem die Partikel auf einem Filter abgeschieden und dann gewogen werden. Und dann dass:

Feinstaubmessungen für

100 Euro! Der stillgelegte Warentester erwacht und ein CE-Zeichen hat das Ding auch nicht...