Automatischer Brezelbelauger

 

B wie (automatischer) Brezel-Belauger - November 2010

 

Dieses hübsche Gerät hat unter dem Deckel eine Art Dusche und darunter ein Gitter, auf das die Teiglinge gelegt werden. Deckel zu, Knopf drücken und schon bekommen sie eine Ladung Natron-Lauge auf den Kopf (Laugenfass mit dem roten Deckel unten). Ab in den Ofen und die Obsession vieler Süddeutscher ist fertig. Dabei ist belaugen direkt vor dem Backen wohl unabdingbar für eine knusprige Brezel. Wird erst belaugt und dann eingefroren ist es nicht so knackig - sagt der Erbauer.

 

Und der hatte ein Problem in Form der Bundesnetzagentur, die von seinen Konformitätsdokumenten nicht überzeugt war. Vernünftige Dokumente innerhalb einer Woche oder Rückruf aller – etwa 50 – verkauften Maschinen lautete das Verdikt.

 

Kurzfristige Prüfung in den Norlabs war möglich, aber die gestrahlten Störungen mit zig dB über dem Grenzwert. Der Pumpenmotor ist nicht entstört! Um 17:00 Uhr verließ er frustriert das Labor. Am nächsten Morgen klingelte das Telefon „Es ist alles fertig, treffen wir uns in einer Stunde im Labor?“  Über Nacht wurde eine Edelstahlkiste geschweißt (über dem Laugenfass zu sehen) in der die Pumpe verschwindet und wo das Kabel über ein Netzfilter heraus kommt. Das Resultat: Störungen? Welche Störungen? Aber woher kommt das Filter? „Ich hatte da noch ein altes Gerät und da war ein Schaffner-Filter drin.“ Die BNA zeigte sich zufrieden und er durfte die Belauger nach und nach umrüsten.

 

Auch noch erwähnenswert ist die Nachfrage beim mittelständischen Pumpen-Hersteller. CE-Zeichen, Konformitäts-Erklärungen, Prüfberichte? Die Antwort im Bayrischen Akzent: “Wieso, unsere Konkurrenz verwendet doch den selben Motor und die haben die Dokumente. Da haben wir halt auch ein CE-Zeichen draufgemacht.“

 

Ja mei, so is dös halt.